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Teppich Lexikon

Teppich Lexikon

 

 

Sisalteppiche

Sisalteppichböden werden aus den Fasern der Sisalagavenblätter hergestellt. Sisalböden gibt es als Meterware oder abgepasste Teppiche. Sie sind trittschalldämmend und sehr strapazierfähig. Sisalbodenbeläge werden daher in stark frequentierten Ausstellungs- und Büroräumen gerne genommen. Doch auch im Wohnbereich hat der natürliche Sisalteppich seine Liebhaber gefunden. Sisal lässt sich gut färben, weshalb Sisalböden in vielen Farben angeboten werden.

Webteppiche

Webteppiche sind ganz allgemein Teppiche, die mit einer Maschine oder mit der Hand gewebt werden. Webteppiche wurden immer schon rund um den Globus von allen Kulturen hergestellt. Das unterscheidet sie von Knüpfteppichen, die fast nur im Orient und China gefertigt wurden. Bei Webteppichen wird zwischen flach gewebten Teppichen und Polteppichen (Teppiche mit Flor) unterschieden. Als Materialien für Webteppich kommen Kunstfasern wie Polyester, Polyamid oder Acrly sowie Naturfasern wie Seide, Schurwolle, Bauwolle, Leinen, Kokos oder Sisal zum Einsatz. Webteppiche gibt es in vielen verschiedenen Formen, Größen und Farben. Meist sind die Webteppiche rechteckig, aber auch quadratisch oder rund sind möglich. Standardmaße für Webteppiche sind z.B. 80 x 150 cm, 120 x 140 cm, 160 x 230 cm, 200 x 290 cm. Die Musterung von Webteppichen ist vielfältig: Ob klassisches Orientteppichmotiv, afrikanisches oder südamerikanisches Motiv – in Sachen Farben und Motive ist alles möglich. Auch der ultramoderne Designerteppich.

Textiler Rücken

Die Rückseite eines Teppichbodens kann nicht nur mit einer Schaumbeschichtung versehen sein, auch ein textiler Rücken ist möglich. Hierbei wird ein Vlies oder textiles Gewebe aufkaschiert. Mit einem textilen Rücken ausgestattet kann ein Teppichboden vollflächig verklebt oder verspannt werden. Bei einer vollflächigen Verklebung hat ein textiler Rücken den Vorteil, dass kaum etwas kleben bleibt, wenn er später einmal entfernt werden soll.

Tuftingverfahren

Das Tuftingverfahren ist heutzutage das am häufigste verwendete Verfahren der Teppichherstellung. Es stammt aus den USA und leitet sich aus dem englischen tuft=Büschel ab. Teppiche, die nach der Tufting-Methode hergestellt werden, bestehen aus einem Trägermaterial und Garn. Dieses Garn wird durch zahlreiche parallel angeordnete Nadeln in das Trägermaterial eingestickt, wodurch kleine Schlingen entstehen. Florfaser und Trägermaterial werden miteinander verknüpft – also getuftet. Das kann mit der Maschine aber auch mit der Hand geschehen, man spricht dann von handgetufteten Teppichen. Anschließend wird noch das Rückenmaterial zur Verstärkung angebracht. Es werden drei Grundtypen des Tuftingverfahrens unterschieden:Schlingenflor, Schnittflor und Schnittschlinge. Meist bestehen nach dem Tuftingverfahren hergestellte Teppichböden aus Polyamid. Es kommen aber auch andere Materialien wie Schurwolle, Polyacryl, Polyester, Kokos, Seide oder Baumwolle zum Einsatz.

Teppichfliesen

Bei Teppichfliesen handelt es sich um quadratische Teppichstücke unterschiedlicher Größe (40 x 40 cm, 50 x 50 cm, 1,0 x 1,0 m). Die Teppichfliesen können auf die verschiedensten Weisen hergestellt werden, weben ist genauso möglich wie tuften oder Nadelvlies. Der große Unterschied zur Bahnenware liegt vor allem darin, dass Teppichfliesen üblicherweise einen schwereren Rücken besitzen. Dies kann z.B. Bitumen oder auch PVC sein. Teppichfliesen werden entweder lose verlegt, fixiert oder vollflächig verklebt. Sie können einfacher und flexibler als Meterware verlegt werden. Zudem lassen sich Teppichfliesen bei Beschädigungen und Beschmutzungen sehr viel einfacher austauschen.

Strichrichtung

Die Strichrichtung gibt die Richtung an, in die ein Flor weist. Bei Blick in Strichrichtung wirkt ein Teppich heller als bei Blick gegen die Strichrichtung. Weist ein Flor verschiedene Strichrichtungen (z.B. durch Staubsaugen in verschiedene Richtungen) auf, wirkt er daher häufig „fleckig“. Der Fachmann spricht hierbei von Schattierung.

Shaggy

„Shag“ ist sowohl die Kurzbezeichnung für einen Pfeifentabak, aber auch für einen Webteppich. Beide Bezeichnungen leiten sich vom englischen Wort „shaggy“ ab, was so viel heißt wie struppig oder zottelig. Shaggyteppiche werden als Einzelstücke, aber auch als Teppichboden angeboten und verfügen alle über einen sehr hohen, etwa 30 mm hohen und „zotteligen“Flor, wobei die Dichte der Garnbündel gering ist, so dass sich die Garne in alle Richtungen verteilen. Seit den 70-er Jahren werden die aus Kunstfasern gewebten „shags“ angeboten, haben aber seit 2010 in modernen zweifarbigen Kontrastfarben eine Art Wiederbelebung erfahren und sind in der Innenarchitektur „kultig“ geworden.

Schlingenflor

Im Gegensatz zum Schnittflor werden beim Schlingenflor die Garnfäden an der Oberfläche des Teppichbodens nicht aufgeschnitten. Solche Teppichböden sind sehr strapazierfähig und unempfindlich. Schlingenflor eignet sich daher bestens für Büroräume, Flure oder Kinderzimmer. Schlingenflor wird auch als Bouclé bezeichnet.

Schnittflor

Bei Schnittflor handelt es sich um einen Teppichboden, bei dem die Garnschlingen an der Oberfläche des Teppichs aufgeschnitten sind. Eine andere Bezeichnung für Schnittflor ist Velours.

Schattierung

Eine Schattierung ist eine typische Erscheinung, die bei Velours zu beobachten ist. Durch Florverlagerung findet eine Veränderung der Lichtbrechung statt, die den Bodenbelag so aussehen lassen, als ob ein Schatten auf ihn fällt. Das lässt den Boden sehr edel aussehen und wird für das Auge als angenehm empfunden. Die Gebrauchseigenschaften werden durch die Schattierung nicht beeinträchtigt.

Polypropylen

Polypropylen kommt bei Teppichen fast ausschließlich bei der Herstellung vonNadelvlies zum Einsatz. Es zeichnet sich dadurch auf, dass es keine Feuchtigkeit aufnimmt. Zudem ist Polyproylen sehr leicht und verrottungsfest und besitzt eine gute Lichtbeständigkeit. Eine elektrostatische Aufladung findet kaum statt.

Polyamid

Aus Polyamid werden künstliche Fasern und letztlich Kunstfaserteppichehergestellt. Teppiche aus Polyamid sind sehr verschleißfest, lassen sich gut färben und besitzen eine hohe Reißfestigkeit. Da sie jedoch zu elektrostatischen Aufladungen neigen, müssen sie meist entsprechend ausgerüstet werden.

Polyester

Polyester ist ein Kunststoff, der gerne als Material zur Herstellung von Kunstfaserteppichen verwendet wird. Es besitzt eine gute Elastizität und ist sehr lichtbeständig. Polyester kommt auch als Zweitrücken von Teppichen zum Einsatz und dient als Polsterschicht bei einem Nadelvliesrücken.

Orientteppiche

Unter dem Begriff „Orientteppiche“ sind alle Teppiche zusammengefasst, die im Orient gefertigt werden. Der Orient ist jedoch groß und so haben sich die unterschiedlichsten Formen von Teppichen entwickelt. Häufig werden Orientteppiche nach Orten oder Volksstämmen benannt. Es gibt die verschiedensten Macharten, Muster und Materialien. Wolle, Seide und Baumwolle sind die traditionellen Materialien, aus denen Orientteppiche gefertigt werden. Die edelsten Teppiche sind natürlich aus Seide. Teppiche aus Schafwolle werden in manchen Ländern auch zur Wärmeisolation verwendet. Das Knüpfen von Orientteppichen ist eine Kunst für sich und reine Handarbeit.

Niederflorteppich

Niederflorteppiche sind Teppiche, bei denen der Flor, also die Garnfäden an der Oberfläche, besonders kurz ist. Dadurch sind solche Teppiche besonders strapazierfähig und können häufig auch über einer Fußbodenheizung verwendet werden. Auch Tierbesitzer haben an Niederflorteppichen ihre Freude, da Hunde oder Katzen sich mit ihren Pfoten nicht im Flor verhaken.

Naturfaserteppiche

Naturfaserteppiche werden, im Gegensatz zu Kunstfaserteppichen, aus natürlichen Materialien hergestellt. Typische Naturfasern sind Schurwolle, Kokosfasern oder bestimmte Palmenblätter wie Sisal oder Aloe. Klassischer Naturfaserteppich ist allerdings der Teppich aus Schurwolle. Beim Kauf eines solchen Teppichs ist darauf zu achten, dass er das Wollsiegel trägt. Nur so ist Materialreinheit und einwandfreie Qualität sichergestellt. Besonders hochwertig sind Wollteppiche und Wollteppichböden aus reiner Neuseelandwolle. Sie lassen sich u.a. am Qualitätssiegel Wools of New Zealand erkennen. Neuseeländische Schafe produzieren besonders robuste und gleichmäßige Schurwollfasern. Diese gelten als besonders knitterfest, schmutzabweisend und schwer entflammbar.

Läufer

Bei einem Läufer handelt es sich um einen länglichen Teppich, wie er z.B. mitunter auf Fluren zu finden ist. Manchmal wird der Läufer auch als Galerie bezeichnet.

Kunstfaserteppiche

Die Kunstfaser ist bei der Teppichherstellung nicht mehr wegzudenken. Die weitaus meisten Teppiche sind Kunstfaserteppiche. Als Kunstfasern kommen vor allem Polyamid, Polyester, Polyacryl oder Nylon zum Einsatz. Kunstfaserteppiche sind sehr strapazierfähig und robust, weshalb sie vielfältig zum Einsatz kommen. Ein Nachteil der Teppich ist, dass sie sich elektrostatisch aufladen. Die Entladung kann sich dann unangenehm durch kleine Stromstöße bemerkbar machen, z.B. beim Anfassen einer Türklinke oder Fenstergriffs. Wer das vermeiden möchte, sollte darauf achten, dass der Teppich ableitfähig ist.

Hochflorteppich

Hochflorteppiche sind durch ihre langen Garnfäden an der Oberfläche des Teppichs besonders weich. Sie werden daher häufig auch als Langflor bezeichnet. Hochflorteppiche eignen sich besonders für Wohn- und Schlafräume. Es gibt durch die Verwendung verschiedenster Materialien, Florhöhen, Farben und Feinheiten unzählige Varianten von Hochflorteppichen. So sollte für jeden Einrichtungsstil der passende Teppich zu finden sein. Zu den Hochflorteppichen zählen z.B. der Shaggy oder der Flokati.

Flor

Als Flor bzw. Pol wird die durch Garnfäden gebildete Oberfläche von Teppichböden bezeichnet. Es werden Hochflorteppiche und Niederflorteppicheunterschieden. Hochflorteppiche besitzen eine weichere Oberfläche, da sie längere Garnfäden besitzen. Bei Niederflorteppichen ist der Flor hingegen nicht so hoch, was sie in der Regel strapazierfähiger macht. Neben Hochflor und Niederflor gibt es noch die Florarten Velours, Schnittflor, Schlingenfloroder Schnittschlinge.

Florrichtung

Als Florrichtung wird die Strichrichtung des Flors bezeichnet. Um eine tiefere Farbwirkung zu erzielen, kann der Teppichleger den Teppichboden den Flor zur Hauptlichtrichtung (in der Regel einem Fenster) ausrichten.

Flokati

Bei einem Flokati handelt es sich um einen Hochflorteppich mit fellartiger Oberfläche. Nachdem er in den 1970er Jahren schon einmal sehr beliebt war, erlebt der ursprüngliche griechische Hirtenteppich nun wieder eine Renaissance. Traditionell wurde der Teppich aus naturfarbener Schafwolle gewebt. Heutzutage findet man ihn aber auch in jeder beliebigen Farbe und anderen Materialien. Der original griechische Flokati besteht aber immer noch aus 100 Prozent Schafwolle und ist dadurch ein natürliches und schadstoffarmes Produkt.

Flachgewebe

Teppichböden aus Flachgewebe besitzen keinen Flor, sind also zweidimensional. Sie bestehen aus Kett- und Schussfäden, durch unterschiedliche Garnstärken lässt sich auch eine strukturierte Teppichoberfläche herstellen.